Fast 95 % der Eltern in Deutschland halten ihre Kinder für körperlich und seelisch gesund. Heranwachsende sehen das ähnlich. Das hat die erste große Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland, die sog. KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts gezeigt.
Ein Erfolg der modernen Medizin. Infektionskrankheiten wie Diphterie, Scharlach oder Meningitis wurden stark zurückgedrängt, die Säuglingssterblichkeit ist drastisch gesunken, früher unbehandelbare Krankheiten wie Diabetes mellitus, angeborene Stoffwechslerkrankungen oder Fehlbildungen können heute gut behandelt werden.
Heute kämpfen Heranwachsende mit neuen Gesundheitsproblemen: Asthma, Allergien, Übergewicht, psychische und psychosomatische Störungen. Kinder und Jugendliche haben umso mehr gesundheitliche Probleme, je ungünstiger die materielle Situation ihrer Familien ist. Arbeitslosigkeit und Armut machen krank. Kinder aus solchen Familien bewegen sich weniger und ernähren sich ungesünder. Sie haben oft Probleme in der Schule, mit Gleichaltrigen sowie mangelndes Selbstvertrauen und erhalten weniger soziale Unterstützung, um diese Probleme zu bewältigen.
Die Gründe sind komplex. Sicher ist, dass psychosoziale Belastungen zu nehmen. Das hat viel mit den extrem beschleunigten Lebensverhältnissen in unserer Gesellschaft zu tun (Primat der Ökonomie, Individualisierung, Zeitmangel, Mehrfachbelastung, Instabilität; Mobilität, entpersönlichte Kommunikation, Migration, Schwinden traditioneller Unterstützungssysteme, z.B. Familienstruktur, keine oder zu viel Arbeit; Unsicherheit zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklungen, zunehmende Kluft zwischen biologischer und sozialer Reifung).
Mit dem Eintritt in die Schule nehmen die gesundheitlichen Probleme von Heranwachsenden zu.
Forum Gesundheitspolitik
Bella-Studie: Befragung zur Seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
KIGGS - Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland